Die DaPhi Story

DaPhi

Internetlösung für das erste Berliner Hostel

Die Geschichte des IT-Systemhauses DaPhi lässt sich bis in den Sommer des Jahres 2000 zurückverfolgen. Das neue Millennium hat begonnen, es ist der Erstsemestertag des Studiengangs Informatik an der Technischen Universität Berlin. Die heutigen DaPhi Geschäftsführer Philipp Krey und Daniel Strobl lernen sich kennen, finden sich sympathisch und stürzen sich recht schnell gemeinsam in erste Programmierprojekte. Mit 37 Grad erlebt Berlin am 21. Juni den heißesten Sommeranfang seit Aufzeichnung der Wetterdaten. Man sitzt in der WG von Krey zusammen und lauscht den spannenden Geschichten von Ante Zelck, der mit Krey in dieser WG wohnt und das erste Berliner Hostel betreibt. Er erzählt von den Anfangstagen, als er 1994, von einer Unterbringung in San Francisco inspiriert, mit ein paar Matratzen als Einrichtung zum ersten Hostelbetreiber Deutschlands wurde. 1997 ging daraus das Mittes Backpacker hervor, eröffnet in einer ehemaligen Hutfabrik der DDR. Zelck berichtet den beiden von einer Reise nach Neuseeland, auf der er in einem Hostel eine besondere Art des Internetzugangs für Gäste gesehen hatte: ein Prepaid System. Man zahlte für die Internetnutzung einen bestimmten Betrag und konnte dann dementsprechend lange im Internet surfen. Soetwas wünscht er sich auch für sein Hostel.

DaPhix @ ITB Berlin

Das erste Produkt: DaPhix

Strobl und Krey machten sich daran diesen Wunsch zu erfüllen. Sie integrierten diese Aufgabe als Praxis-Projekt  in ihr Studium und „programmierten fortan die Nächte durch, immer mit Depeche Mode im Hintergrund“, erinnert sich Daniel Strobl zurück. Das war genau sein Element: Programmieren, etwas Praktisches, Anwendbares, Neues. Selbst als Jugendlicher in der DDR, ohne Zugang zu Computern, hatte er sich die erste Programmiersprache beigebracht, obwohl es gar keine Möglichkeit gab sie einzusetzen. Nach vielen privaten Anwendungen war dies nun das erste professionelle Projekt. Und das Ergebnis konnte sich sehen und nutzen lassen: DaPhix - ein Prepaid-System, genau wie Ante Zelck sich das gewünscht hatte. Und eine Software für das Kassensystem gab es gleich noch mit dazu.

Das erste DaPhi Headquarter am Boxhagener Platz in Berlin

Juni 2000: Die DaPhi Gründung

Für dieses erste Projekt gründeten Krey und Strobl eine Firma. Aus den Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen Daniel und Philipp generierte sich der Name: DaPhi. Die Aussprachemöglichkeit „daffy“ und eine gewisse Vorliebe für die Comicfigur Daffy Duck etablierte eine Entenpfote als Logo dieser Unternehmung. Die vorlaute Ente bot sich als Leitbild an, war sie doch die erste Comicfigur, die sich als solche ernst nahm und fortan unangepasst und sehr erfolgreich ihren eigenen Weg ging.

 

Erfolg mit DaPhix

DaPhix erweist sich als das richtige Produkt zur richtigen Zeit. Im Jahr 2000 gibt es in Berlin ungefähr zehn Hostels. Eines davon ist das A&O Hostel in Friedrichshain und wird 2002 Kunde von DaPhi. In der jungen Branche wird  noch viel von Mund zu Mund kommuniziert, und da macht sich ein guter Ruf bezahlt.  Denn das Produkt DaPhix funktioniert, ohne dass man an der Rezeption großen Aufwand mit der Abrechnung hat. Als nächstes nutzt das Generator, das zum größten Hostel Berlins avanciert, die Dienste von DaPhi. Dann das Meininger Hostel in Schöneberg. Der Beginn eines Umschwungs auf dem traditionellen Beherbergungsmarkt. Der Markt explodiert.  A&O eröffnet Filialen am Bahnhof Zoo und in Berlin Mitte. Weitere folgen, auch bei Meininger, die sehr schnell wachsen. Und alle übernehmen DaPhix in ihre neuen Häuser.

DaPhi betreibt seit 2005 das offizielle ITB Internet Café

ITB Internetcafé

Die Dimensionen haben sich für DaPhi schlagartig erweitert. 2003 werden Büroräume in der Boxhagener Straße in Friedrichshain bezogen und der erste Mitarbeiter eingestellt. Die Kunden haben inzwischen bemerkt, dass das Know-How von DaPhi nicht bei der Organisation der Internetkommunikation aufhört. DaPhi richtet nun auch die gesamte IT für einige Hostels ein, steckt die Technik, vernetzt und betreut alle Computerelemente. Aus DaPhi wird ein IT-Systemhaus. Systembetreuung und –integration werden die neuen Schwerpunkte. Und genauso rasant wie sich DaPhix herumgesprochen hatte, wird DaPhi als IT-Spezialist weiterempfohlen. 2004 ist man schon auf der ITB in Berlin und stellt der Tourismusbranche den eigenen Standard-PC vor.

 

„Wir haben noch nie einen Kunden verloren“

DaPhi wird immer größer. 2004 und 2005 verdoppelt sich der Umsatz. Jedes Jahr können zwei weitere Mitarbeiter eingestellt werden. Erste Kunden im Ausland kommen hinzu: in London, in Venedig und Helsinki. Auch die Ansprüche steigen. „Am Anfang hat alles mehr oder weniger auf Zuruf funktioniert, plötzlich mussten wir Angebote schreiben“, erinnert sich Daniel Strobl. Aber das nehmen sie gerne in Kauf. 2005 organisiert DaPhi das offizielle Internetcafé auf der ITB. Und wie bei allen Kunden, blieb auch dieser Kunde treu, so dass die Gäste der ITB auch 2010 eine freie W-Lan Verbindung über das DaPhix System werden nutzen können. „Es ist tatsächlich so“, schmunzelt Philipp Krey, „wir haben noch  nie einen Kunden verloren. Na ja, einer hat mal gekündigt, stand aber nach einem Jahr wieder vor unserer Tür und wollte endlich wieder reibungslosen Internetzugang für seine Gäste.“

Das Rathaus Lichtenberg

Neue Kompetenzen

2009 beschäftigt DaPhi dreizehn festangestellte Mitarbeiter, ist Ausbildungsbetrieb, GmbH und hat bereits zum zweiten Mal größere Räume bezogen, firmiert jetzt vis a vis des altehrwürdigen Rathauses von Lichtenberg. Neben derzeit über 50 Hostels und Hotels, kommen die Kunden inzwischen auch aus den Bereichen Messebau und Immobilieninvestment. Mit den gesteigerten Anforderungen seiner Kunden, vergrößerte DaPhi seine Kompetenzen und ist jetzt auch Experte auf den Gebieten Dokumentenmanagement und Virtualisierung. Beides Disziplinen, die für größere Firmen heutzutage stark an Bedeutung zunehmen.

 

 „Wir arbeiten für unsere Kunden“

Aus den programmierdurstigen Studenten der aufkommenden Hostelbranche sind vielbeschäftigte Geschäftsführer geworden.  „Du kannst dich nicht ausruhen“, sagt Daniel Strobl, zeigt sich dabei aber eigentlich entspannt. Hinter ihm ein großes Aquarium, der Bürostuhl, wie so viele Dinge in den Büroräumen, in der Firmenfarbe Orange. Stolz präsentiert er die große Dachterrasse, wo seine Mitarbeiter über den Dächern Berlins Luft schnappen können. Dort wird auch gemeinsam gegessen und gegrillt. Auf die Frage hin, was ihm, so kurz vor dem zehnjährigen Jubilaeum, noch unter Strom setze, überlegt er nicht lange: „Man muss immer neue Lösungen finden, mit dem Kunden zusammen. Denn wir arbeiten ja für unsere Kunden, mit jeweils anderen Anforderungen. Und wenn die Kunden wachsen, wird auch unsere Arbeit komplexer.“

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